Deus Ex - Mankind Divided PC PS4 ONE

Deus Ex - Mankind Divided: Preview

In diesem August geht die Deus-Ex-Reihe mit Mankind Divided in die vierte Runde. Wieder als Mix zwischen Shooter und Rollenspiel geplant, will Square Enix an den Erfolg von Human Revolution anknüpfen. Ist das einst innovative Spielprinzip noch immer frisch? Wir haben einen ersten Blick gewagt.

Augmentierte Rassentrennung

Seid ihr bereit, eure Augmentationen wieder einzusetzen? Nachdem ihr vor fünf Jahren als Adam Jensen in Deus Ex: Human Revolution eine Verschwörung aufgedeckt hattet, müsst ihr wieder in die Rolle des gegen seinen Willen umgebauten Agenten schlüpfen und eine entzweite Gesellschaft vor dem Untergang retten. Dabei sind zwei Jahre seit den Geschehnissen des Vorgängers vergangen, und die ohnehin schon skeptische Grundstimmung gegenüber augmentierten Menschen ist nach einem fatalen Zwischenfall, bei dem die Umgebauten gegen ihren Willen Amok gelaufen sind, mittlerweile purem Hass gewichen. Die Rede ist von einer Maschinenapartheid, was euch nach einem noch harmlosen Tutorial-Einsatz in Dubai vor allem in Prag bewusst wird. Augmentierte leben in Slums und werden von der Staatsgewalt unterdrückt und ausgenommen. Die Stimmung ist kurz vor dem Siedepunkt.

Entscheidungsfreiheit

An der Grundformel hat Square Enix Montreal nichts verändert. Noch immer steuert ihr Adam Jensen aus der Ego-Perspektive, und noch immer dürft ihr euch mit technischen Wunderwerken ausstatten lassen und diese Stück für Stück verbessern, womit ein Rollenspielaspekt in den Shooter integriert wird. In Mankind Divided werdet ihr neben den bekannten Fähigkeiten aus Human Revolution neue Augmentationen nutzen können. Dabei müsst ihr jedoch, was neu ist, auf euren Gesamtverbrauch achten und hin und wieder eure aktiven Helferlein verwalten. Alle Verbesserungen mit passiven Fähigkeiten könnt ihr zunächst nicht mehr gleichzeitig nutzen.

Deus Ex - Mankind Divided Bild

Darüber hinaus legt man natürlich wieder einen gesteigerten Fokus auf die Entscheidungsfreiheit des Spielers. Eure Missionen finden meist in größeren oder zumindest verschlungenen Arealen statt, sodass ihr genügend alternative Wege finden könnt, um die an euch gestellten Aufgaben zu bewerkstelligen. Ihr könnt also weiterhin mit qualmenden Waffen in die Gegnermassen rennen oder aber um die Patrouille herum schleichen. Dabei hat man den Shooting-Part auch ein wenig aufgewertet, sodass auch dieser Weg nun ein wenig mehr Intensität bietet. Das liegt zum Beispiel auch an der dynamischeren KI, die Gegner etwas intelligenter erscheinen lässt. Die Kontrahenten bilden Gruppen, nehmen Deckung und suchen bei einer entdeckten Leiche etwas systematischer.

Nicht nur Megastädte

War es bei Human Revolution noch zum größten Teil düster (und gelb!), so bringt Mankind Divided etwas mehr Abwechslung in die technologisch geprägten Metropolen. Direkt zu Beginn durften wir Prag erkunden und waren angetan von der taghellen Umgebung, die dank klassischer Häuserschluchten einen natürlich angehauchten Kontrast zu den Megastädten wie Detroit bildet. Die Welt wird dadurch noch abwechslungsreicher und natürlicher. Prag bietet dadurch einige andere Alternativwege als die bereits bekannten Luftschächte. Hatten wir beim Tutorial noch das Gefühl, lediglich mehr vom bereits Bekannten zu spielen, war die osteuropäische Atmosphäre ein willkommener Szeneriewechsel, der die Welt von Deus Ex deutlich bereichert.

In der tschechischen Hauptstadt werden die Stärken und Schwächen der neuen Dawn-Engine sichtbar. Die Texturen und Modelle sind natürlich detaillierter geworden, und wieder kann Square Enix durch geschickte Beleuchtung ein stimmungsvolles Bild abliefern. Allerdings wirken die Gesichts- und Körperanimationen in den Dialogsequenzen noch etwas steif und dadurch wenig natürlich. Wie bei Human Revolution zuvor, wird auch Deux Ex: Mankind Divided wohl kein grafischer Overkill. Außerdem sind uns auf dem PC noch kleinere Bugs bei der Kollisionserkennung aufgefallen. So steckten wir auch schon mal im Boden fest. Die Entwickler versicherten, dass die von uns gefundenen Fehler bereits bekannt seien und in den Konsolenversionen bereits behoben wurden.

Ersteindruck von Patrik Nordsiek

Deus Ex: Mankind Divided macht aktuell genau das, was ein Nachfolger machen soll. Es nimmt sich die Stärken vom Vorgänger Human Revolution zur Brust, arbeitet diese dank intelligenterer KI und geschickt gewähltem Szenariowechsel direkt zu Beginn weiter aus und versucht, die Schwächen auszumerzen. Der Shooter-Teil fühlt sich vor allem auf den Konsolen deutlich besser an. Das von uns gespielte Prag macht Lust auf mehr Städte und bringt deutlich mehr Abwechslung in die Reihe, die sich bisher fast ausschließlich auf technologisch geprägte Metropolen fokussierte. Zu guter Letzt ist da noch die Geschichte, die auf dem Papier bisher sehr spannend klingt und bereits zu Beginn einige Überraschungen in petto hatte.

Wenn Square Enix Montreal jetzt noch die Bosskämpfe schon in der Originalversion richtig angeht und die Geschichte weiterhin so spannend präsentiert wird, werden sich Deus-Ex-Fans auf einen würdigen Nachfolger freuen können. Dazu scheint es, als würde es mit dem Breach-Modus endlich einen echten Mehrspielermodus geben. Wie genau sich dieser spielt, werden wir aber erst zum Release sehen können.

Deus Ex - Mankind Divided Facts

Mehr Informationen
Loading