Tom Clancy's Rainbow Six Siege PC PS4 ONE

Tom Clancy's Rainbow Six Siege: First Look

"Ich bin im Keller!", "Alles klar, ich schaue mir das Erdgeschoss an.", "Achtung, ich sehe jemanden im ersten Stock. Lasst mich das mal alleine … oh …" – so oder ähnlich klang es auf der gamescom, als wir mit sieben anderen Journalisten den neuesten Taktik-Shooter im Rainbow-Six-Universum anspielten. Wer hier zu schnell vorangeht, der überlebt nicht lange. Zu Recht!

Teamplay und Planung

Rainbow Six stand schon immer für eher taktische als actionreiche Gefechte, was genau den Reiz der Serie ausmacht. Der neueste Ableger Siege macht da keine Ausnahme, verlegt das Spielgeschehen aber hauptsächlich in den Mehrspielerbereich. Zentrales Konzept des Titels ist dabei die namensgebende Belagerung. Während sich ein Team im Gebäude verschanzt und versucht, dieses sowie ein kartenabhängiges Missionsziel zu verteidigen, so muss die angreifende Truppe eben jene Örtlichkeit einnehmen. Eine Runde später wird gewechselt, bis die Siegbedingung erreicht wird.

Wir haben uns auf der gamescom in zwei Viererteams aufgeteilt und das Ganze einmal ausprobiert, nicht aber, ohne einen Ubisoft-Kapitän dabei gehabt zu haben, der uns durch die Mission führte. Auch wenn dieser nicht aktiv am Gefecht teilgenommen hat, so wurde doch deutlich, dass sich Siege etwas anders spielt als die meisten anderen Mehrspieler-Shooter. Die Anwesenheit eines Kapitäns, der Anweisungen gibt und versucht, das Spielgeschehen als Gesamtheit zu überblicken, ist fast schon ein Muss, um überhaupt eine Chance bei den Belagerungen zu haben. In unserer Runde wurde dabei deutlich, dass die verteidigende Mannschaft zumindest gegenüber tendenziell ahnungslosen Angreifern einen Vorteil hat, da das Verteidigen deutlich leichter fällt, als der Angriff. Mit gutem Timing und guter Planung ist es allerdings möglich, diesen Vorteil leicht auszuhebeln, da die angreifende Truppe oftmals genügend alternative Möglichkeiten hat, das Gebäude einzunehmen. Auf so viele Eventualitäten kann man sich nicht vorbereiten.

Um einen solchen Plan umzusetzen, beginnen die Angreifer zunächst mit einer Aufklärungsphase. Während dieser könnt ihr je Teammitglied einen kleinen Aufklärungsroboter in die gegnerische Basis schicken, um die Lage auszukundschaften. Wird dieser nicht von den Opponenten zerstört, so könnt ihr auch im weiteren Verlauf des Spiels auf die Kameras der Roboter zugreifen, um euch ein aktuelles Bild von der Lage zu verschaffen. Auf der anderen Seite versuchen die Verteidiger, möglichst viele Schwachpunkte ihrer Basis zu identifizieren und zu verbarrikadieren oder zu verstärken, um so den Eintritt in das Gebäude zu erschweren oder um zusätzliche Verteidigungsmassnahmen um das Zielobjekt aufzubauen.

Rollenverteilung

Ist die Vorbereitungsphase abgeschlossen, geht es ans Eingemachte. Wie von Rainbow Six gewohnt, hält eure Spielfigur allerdings nicht gerade viel aus, also ergibt es wenig Sinn, mit glühenden Läufen ins Verderben zu sprinten. Stattdessen muss jede Bewegung bedacht sein und am besten auch mit den Teammitgliedern abgestimmt werden, denn jedem Spieler wird eine bestimmte Rolle zuteil. Da jede davon nur einmal pro Team vergeben werden kann, wird jeder Verbündete sich anders verhalten müssen, um im Match zu funktionieren. Der Schildträger kann zum Beispiel vorneweg gehen, da er keinen Captain-America-Gedächtnisteller vor sich herträgt, sondern einen mannsgrossen Stahlschirm, der die Figur und die geschickt dahinter positionierten Kameraden ganzkörperlich schützt, sie allerdings auch sehr träge macht. Darüber hinaus kann der Charakter lediglich eine kleine Pistole tragen, um Gegner zu verletzen. Alles andere wäre zu schwer. Eine weitere taktische Rolle wird dem Hammerschwinger zuteil, der verstärkte Türen oder Wände einschlagen kann und so den Weg in die Basis verkürzt. Wer einen riesigen Hammer schwingt, der hat allerdings auch nicht mehr viel Kraft, die durchschlagenden Waffen zu tragen; also muss auch er sich mit kleineren Kalibern begnügen. So ist es in Rainbow Six: Siege wichtig, sich abzusprechen und auch gleichzeitig jemanden zu bestimmen, der in schwierigen Situationen entscheidet. Grossartige Diskussionen und Alleingänge schwächen das Team dagegen.

Zuschauen und Lernen

Auf der gamescom zum ersten Mal gezeigt wurde der neue Spectator-Modus, mit dem sich ein interessierter Zuschauer live in das Spiel schalten und die gesamte Szenerie analysieren kann. Die Sichten wurden dafür extra angepasst, so sieht man alle Gegner mit einer deutlichen, farblich voneinander unterscheidbaren Aura auch durch Wände. Darüber hinaus hat der elfte Spieler die Möglichkeit, jederzeit zwischen freier Kamera und der Perspektive eines Spielers zu wechseln. So können sich neue Spieler Matches anschauen und lernen, wie man es macht, oder, wie bei unserem Team auf der gamescom, wie man es besser nicht macht.

Ersteindruck von Patrik Nordsiek

Auch wenn wir nur eine begrenzte Zeit zur Verfügung hatten, wurde bereits deutlich, dass Rainbow Six: Siege keineswegs ein simpler Shooter ist. Siege zwingt die Spieler dazu, die Rollen geschickt zu verteilen und miteinander zu reden. Ein einfacher Rush führt nur sehr selten zu einem positiven Ergebnis. Die Spielmechaniken greifen schon sehr gut ineinander, auch wenn wir bei der kurzen Runde den Eindruck hatten, dass die verteidigende Gruppe einen kleinen Vorteil hatte. Es muss sich zeigen, wie viel Abwechslung Ubisoft in die Szenarien bekommt. Ansonsten sehe ich hier einen sehr interessanten, sehr herausfordernden Titel auf uns zukommen.

Tom Clancy's Rainbow Six Siege Facts

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