Might & Magic Heroes VII PC

Might & Magic Heroes VII: Preview

Vor 20 Jahren veröffentlichte New World Computing mit Heroes of Might and Magic: A Strategic Conquest den ersten Titel einer grossartigen Spielreihe für MS-DOS. Nun, zum zwanzigsten Geburtstag, ruft euch Ubisoft zum inzwischen siebten Mal in die Fantasy-Welt von Ashan. Das kleine deutsche Entwicklerstudio Limbic scheint aus Might & Magic Heroes VII eine Art kleines Best-of der vergangenen sechs Teile gebastelt zu haben – nicht zuletzt mit Hilfe einer kooperativen Community, die ihresgleichen sucht.

Für das neueste Heroes-Epos haben Limbic und Ubisoft den sogenannten Schattenrat ins Leben gerufen, eine Instanz, über die jahrelange Fans zu jeder Zeit an der Entwicklung beteiligt waren, nicht zuletzt über ihr permanentes Feedback. Über 200.000 reale Fantasy-Helden kritisierten die Entwickler, brachten Vorschläge ein und beteiligten sich an regelmässigen Abstimmungen. Wer glaubt, dass der Schattenrat mit weichgespülten, demokratischen Entscheidungen bei der Stange gehalten wurde, täuscht sich gewaltig: Die Community wurde nicht nur mit Kleinigkeiten betreut, auch hinsichtlich Artdesign und Soundtrack holte man immer wieder den Rat der Fans ein. Sogar bei den spielbaren sechs Fraktionen (Akademie, Bastion, Dungeon, Nekropolis, Waldfestung & Zuflucht) hielten die Mitglieder des Schattenrates ihre Eisen ins Feuer. Dungeon und Waldfestung wurden auf Geheiss der Fangemeinde in die Auswahl aufgenommen, woraufhin die zuvor von den Entwicklern integrierten Inferno-Krieger das Feld räumen mussten. Wird Heroes VII der neue Höhepunkt der legendären Serie?

Might & Magic Heroes VII Bild

Es war einmal ...

Das harte Spiel um den Thron hebt die Welt von Ashan abermals aus ihren Angeln. Seit dem Mord an der Imperatorin existieren in ihrem ehemaligen Einflussbereich keine klaren Verhältnisse mehr. Die vielen Fürsten des Landes füllen das Machtvakuum mit ihren Herrschaftsansprüchen. Nur wenige Männer und Frauen des alten Imperiums streben noch nach Ordnung und einem Lichtschein in der Finsternis. Unter ihnen ist Herzog Ivan, der ohne einen Anspruch auf die Krone zu erheben, dem Krieg um die Thronfolge ein für alle Mal ein Ende bereiten will. Sechs Fraktionen kämpfen an seiner Seite. Über Ivans Selbstzweifel erhaben, planen sie, den jungen Herzog zur Vernunft zu bringen, ihn als friedfertigen Imperator auf den Thron zu setzen und Ashan wieder zu vereinigen. Schaffen sie es, das Land wieder zu altem Glanz zu verhelfen?
Die verschiedenen Kampagnen schildern die Versuche, Ivans Herz durch die Wiedererzählungen der bedeutendsten historischen Erfolge und Folklore-Geschichten der sechs Helden zu erwärmen und ihn vom Antritt der Thronfolge zu überzeugen. Ob die Führer der Fraktionen am runden Tisch Erfolg haben und ob sich die einzelnen Erzählstränge in ein harmonisches Bild einpflegen werden, wird sich in der finalen Fassung zeigen.

Best of Heroes-Hits

Bereits ab der ersten Sekunde im Spiel vermittelt Heroes VII ein gewisses Nostalgiegefühl. Jeder Spieler, der in den vergangen 20 Jahren die eine oder andere Runde mit einem Helden durch die weitreichenden Gebiete irgendeines Serienablegers gestreift ist, wird sich umgehend wohlfühlen. Nur weil Teil 7 das Spielprinzip nicht komplett neu erfindet, soll das nicht bedeuten, dass er an Glanz verloren hat. Vielmehr besinnen sich die Entwickler auf die guten Elemente der Vorgänger. Spieler des dritten und vierten Ablegers werden zum Beispiel die herumstreifenden Karawanen wiederentdecken. Mit den letzten beiden Spielen teilt sich das neue Werk nicht nur die fortgeführte Storyline, sondern auch einige Spielelemente wie die bekannte Bereichskontrolle.

Weitestgehend verschreiben sich die rundenbasierten Eroberungszüge über die Missionskarten bekannten Strategien. Entdecker nutzen die unlimitierte Zeit, um alle Ecken und Kanten der Karte zu erkunden, möglichst viele der sieben verschiedenen Rohstoffe einzusammeln und Städte zu erobern. Neben den diversen Nebenmissionen gilt es natürlich wieder, den Held in Kämpfen zu verbessern und mit neuen Fähigkeiten auszustatten. Mit den gesammelten Rohstoffen verbessert man die Hauptstadt, deren Gebäude immer wieder nach neuen extravaganten Baumaterialien dürsten.

Der neueste Serienteil lebt allerdings nicht nur von altbekannten Mechaniken. In einigen der Missionen wird ein Rundenlimit als neues Spielelement eingeführt. Durch Zeitdruck und stark eingeschränkten Truppennachschub bekommen eben diese Runden nicht nur einen knackigen Schwierigkeitsgrad verpasst, sondern hindern euch fast vollständig am sonst so freien Erkunden der Karte und am Sammeln der Rohstoffe – eine echte Herausforderung. Zudem sollte man aufpassen, dass man nicht versehentlich in den Hinterhalt einer der strategisch intelligent platzierten Feinde gerät. Wird man besiegt oder erreicht man das Ziel nicht in der vorgegebenen Rundenzeit, muss die Mission erneut angepackt werden.

Schwert und Schild

Ähnlich der Übersichtskarte hat sich auch auf dem Schlachtfeld, besser bekannt als Feld der Ehre, wenig verändert. Selbst Spieler mit mehrjähriger Heroes-Pause werden sich sofort mit den Spielelementen anfreunden können. Wie in den Vorgängern stehen sich zwei Armeen, eine links und die andere rechts, gegenüber. Je nach Initiative-Wert erteilt der Spieler einer Truppe nach der anderen entweder Befehle oder lässt seinen Helden angreifen beziehungsweise eine Magie-Aktion ausführen. So weit, so bekannt.

Eine neue Spielmechanik allerdings bringt das sonst so bekannte Kampfsystem zum Wanken: Das Flankieren von Einheiten bringt einen deutlichen Angriffsbonus mit sich. Bislang verteilte eine Einheit immer den gleichen Schaden, ganz egal, ob sie von vorne, von der Seite oder von hinten angriff. Ab sofort sollte man allerdings darauf achten, dass man seine Truppen nicht so platziert, dass sie zusätzliche Angriffsfläche für einen Hinterhalt bieten könnten. Das Entwickeln von Verteidigungsstrategien ist zwar eine wirklich willkommene Abwechslung, jedoch lässt sich die Ausrichtung der Soldaten nach dem eigenen Zug leider nicht mehr ändern, weshalb das Flankieren weniger strategisch, fast schon willkürlich wirkt. Trotzdem: ein hervorragendes Spielelement.


Optisch macht Heroes VII einiges her. Die Übersichtskarte ist bis ins kleinste Detail ausgearbeitet und erstrahlt dank der Unreal-Engine 3 in einem hellen und farbenprächtigen Glanz. Das Feld der Ehre zeichnet, wie schon in den Vorgängern, prächtige 3D-Fantasy-Kulissen in den Hintergrund. Die Modelle der Helden und Soldaten sind ebenso detailreich. Alles wird begleitet von teils dynamischer Kampfmusik und träumerischen Melodien, die sich hervorragend in das Bild der Karte einpflegen.

Ersteindruck von Patrick Recknagel

Als Fan der ersten Stunde war ich anfangs ein wenig verunsichert, ob der gewaltige Schattenrat Might & Magic Heroes VII nicht ein wenig zu beliebig und vielleicht sogar ein bisschen verweichlicht machen würde. Ich habe mich geirrt! Die Mischung aus altbekannter Spielmechanik und neuen Elementen ist grandios. Mit dem Flankieren bekommt das Feld der Ehre eine etwas neue strategische Ausrichtung. Prima! Zudem ist die Geschichte rund um den Herzog Ivan spannend erzählt. Ein paar Mankos stecken allerdings immer noch in der Vorabversion. Der Schwierigkeitsgrad ist oft zu niedrig, das Interface gelegentlich zu verwirrend. Bis zum Release werden diese Wehwehchen hoffentlich noch behoben. Dann steht hoffentlich ein tolles Spiel ins Haus.

Might & Magic Heroes VII Facts

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