For Honor PC

For Honor: Preview

Am 26. Januar stürzten sich tausende und abertausende Spielerinnen und Spieler mit geschärften Klingen und Äxten in die Welt von For Honor, um auf dem Schlachtfeld für Ruhm und Ehre zu streiten. Vier Tage lang lief die Beta aus dem Hause Ubisoft und bot einer breiten Anzahl an SpielerInnen einen tiefen Einblick in das Spiel. Auch wir haben uns in das Kampfgetümmel geworfen, auf der Suche nach der Schlacht unseres Lebens.

Eine Bildgewalt wie ein Schlag ins Gesicht

Bevor man überhaupt zum Spielen kommt, wird man bereits von der bombastischen Inszenierung erschlagen. Das Spiel begrüßt einen mit einem bekannten Cinematic-Trailer, welcher die grundlegende Story des Spiels präsentiert. Ein Kataklysmus, der die Länder der Ritter, Wikinger und Samurai verwüstet. Es folgt ein Kampf ums Überleben, der Jahrtausende andauert, immer wieder entfacht durch die Kriegsherrin Apollyon. Der Trailer macht direkt Lust auf die Singleplayer- Kampagne, doch in der Beta können wir uns nur dem Multiplayer widmen.

Auch zur Inszenierung und Grafik seien ein paar lobende Worte gesagt. For Honor besticht mit seiner fantastischen Grafik und Detailverliebtheit, insbesondere bei seinen Charakteren. Die HeldInnen sehen überzeugend und stilsicher aus. Alles passt zusammen, die (noch) glänzende Rüstung, das matte Leder und die langen Zöpfe der Wikinger und der Wächterin, die bei jeder Bewegung mitschwingen. Auch die Karten sind wunderschön gestaltet und laden zum Erkunden und Verweilen ein. Lediglich das Blätterwerk der Vegetation wurde etwas vernachlässigt, was insbesondere durch die Kamerafahrten zu Beginn der Duelle deutlich wird, welche uns immer wieder die verschwommenen 2D-Blätter vor die Nase halten.

https://www.youtube.com/watch?v=g6GGoTxvGzk

Nun aber zum wesentlichen Teil: Die Beta stellt neun von zwölf HeldInnen und drei verschiedene Spielmodi (1vs1, 2vs2 & 4vs4) zur Verfügung. Hinzu kommt der Territorialkampf auf der Metaebene. Beim ersten Start des Spiels entscheiden wir uns für eine der drei Fraktionen, in deren Namen wir in Zukunft all unsere Kämpfe ausfechten werden, um die feindlichen Lande zu erobern. Unabhängig von der Fraktionswahl können jedoch alle Klassen aus jeder Fraktion gespielt werden. Als Nächstes gilt es ein eigenes Emblem zu gestalten. Durch die wirklich große Auswahl an Farben, Formen und Symbolen können sich kreative Köpfe hier stundenlang austoben, da man bis zu vier verschiedene Embleme sein Eigen nennen darf.

Ist ein passendes Emblem entworfen, wartet anschließend das Tutorial auf uns. Hier lernen wir die Grundmanöver kennen, und das haben wir auch bitter nötig. For Honor wartet mit einem neuen und dadurch sehr ungewohnten Kampfsystem auf, welches einem actiongeladenen Positionsspiel gleicht. Im Kampf haben wir drei Möglichkeiten, unsere Waffe zu halten: links, rechts und oben. Je nachdem wie wir unsere Waffe führen, kommen unsere Schläge auch aus der entsprechenden Richtung. Geblockt werden können die Angriffe, indem man einfach die Waffe auf der gleichen Seite hält wie der Angreifer. Klingt simpel, ist aber wohl eines der schwersten und forderndsten Kampfsysteme, die der Autor dieser Zeilen je in einem Online-Spiel erlebt hat.

Hard to learn, even harder to master

Richtige Tiefe erlangt das Spiel durch die verschiedenen HeldInnen und ihre Manöver. So stehen grundsätzlich jedem Charakter drei verschiedene Angriffe zur Verfügung: der leichte und der schwere Angriff sowie der "Guard Break", welcher (der Name lässt es einen erahnen) die Deckung des Gegners durchbricht. Je nach HeldIn sieht die Ausführung der Angriffe jedoch ganz unterschiedlich aus. Während die Berserkerin auf schnelle Schläge setzt und mit ihren Ausweichmanövern und Sprüngen große Reichweiten überbrücken kann, sticht die Nobushi mit ihrem Speer von Weitem zu und vergiftet bei bestimmten Angriffskombinationen ihre Gegner.

Der Plünderer verzichtet auf diesen ganzen taktischen Schnickschnack und wirft sich euch kurzerhand über die Schulter, um euch über den Rand der nächsten Klippe zu befördern. Hinzu kommt noch eine ganze Reihe an passiven Fertigkeiten, die sich von Held zu Heldin unterscheiden. Einige bieten eine so große Fülle an Eigenschaften und Manövern, dass es mit einem Über-die-Aktionsliste-Schauen nicht getan ist. Andere wiederum haben gerade einmal die Hälfte an Fähigkeiten, beispielsweise der Wächter. Das erscheint ein wenig unfair. Hinzu kommen im 4vs4 sogenannte "Gaben". Das sind entweder passive oder aktive Fähigkeiten, die wir im Laufe des Kampfes freischalten.

For Honor Bild

For Honor hat, gemessen an anderen Online-Spielen, nicht viele Charaktere zur Auswahl. Und die braucht es auch nicht, denn wer auf dem Schlachtfeld bestehen will, der muss trainieren – und zwar viel. Zum Üben eignen sich hervorragend die Duelle, da man sich hier nur auf einen Gegner konzentrieren muss und somit in Ruhe das Blocken und die verschiedenen Angriffsmuster üben kann. Spaß macht es außerdem auch noch. Gerade die 1vs1-Situationen sind die großen Stärken des Spiels. Jeder Kampf fühlt sich intensiv und herausfordernd an. Jeder Block lässt einen die Wucht der Schläge des Gegners spüren, und jeder Sieg lässt den Adrenalinspiegel weiter ansteigen. Wer es gerne etwas taktischer haben möchte, ohne auf Duelle verzichten zu müssen, der kann sich gemeinsam mit einem Freund/einer Freundin in den 2vs2-Modus stürzen.

Hierbei handelt es sich im Prinzip um zwei parallel laufende Duelle in einer, ebenfalls wie im 1vs1, kleinen Arena. Ein großes Manko ist jedoch, dass meistens das Team gewinnt, welches als Erstes einen Gegner getötet hat, da sich der Überlebende nun zwei Feinden gleichzeitig gegenüber sieht. Ganz anders spielt sich da der 4vs4-Modus. Hier müssen wir nicht nur unsere Feinde bezwingen, sondern gleichzeitig auch noch strategische Punkte erobern, um die Vorherrschaft über das Schlachtfeld zu erringen. Das Ganze wird durch die Vasallen, das Dröhnen des Kampflärms und die immer wieder direkt neben uns einschlagenden Geschosse fantastisch in Szene gesetzt und gibt einem das Gefühl, direkt im Geschehen zu sein.

Kleider machen Kämpfer

Nach jeder Schlacht erhalten wir etwas Stahl (die Währung des Spiels) und mit etwas Glück einen Ausrüstungsgegenstand, passend zu unserem Charakter. Diese sehen nicht nur unterschiedlich aus, sondern boosten gleichzeitig auch noch verschiedene Stats von uns, darunter den Angriff oder das Sprinttempo. Doch im Gegenzug werden dafür andere Werte gedrosselt. Somit müssen wir uns stets gut überlegen, in welche Richtung wir unsere HeldInnen ausrichten wollen. Unsere Ausrüstung können wir anschließend noch aufwerten, indem wir nicht gebrauchte Rüstungen und Waffen zerlegen und das dadurch erhaltene Material nutzen. Sollten wir mit unserer Ausrüstung noch nicht zufrieden sein und noch etwas Stahl auf Tasche haben, können wir uns Ausrüstungskisten kaufen, in denen zufällige Waffen- und Rüstungsteile enthalten sind, mit der Garantie auf mindestens einen hochwertigen Gegenstand.

Ob und wie sehr eine bessere Ausrüstung entscheidend für eine Schlacht ist, kann nach so kurzer Zeit noch nicht gesagt werden, jedoch haben wir testweise den Angriffswert unserer Berserkerin maximiert, und es war, im Vergleich zu vorher, durchaus ein Unterschied zu spüren. Nebenbei haben wir auch noch die Möglichkeit, das Aussehen unserer Rüstungen zu verändern. Es stehen uns verschiedene Farben und jede Menge Symbole, Embleme und Muster zur Verfügung, welche wir nach und nach freischalten. Sämtliche Inhalte sind übrigens ohne großen Aufwand und mit etwas Glück erspielbar, mit Ausnahme einiger weniger Kostüme, die jedoch lediglich kosmetischer Natur sind.


Während der vier Tage war auch Territorialkampf verfügbar, doch leider kann in so kurzer Zeit noch nicht viel dazu gesagt werden, wie sehr sich dieses auf das Spiel auswirken wird. Nur so viel wissen wir zu diesem Zeitpunkt: Mit jedem Kampf erhalten wir Punkte, die wir für unsere Fraktion in umkämpfte Gebiete investieren können. Alle sechs Stunden endet ein sogenannter "Zug" und die Punkte werden ausgewertet. Die Fraktion mit den meisten Punkten erobert das jeweilige Gebiet bzw. verteidigt es. Das Metagaming ist des Weiteren in Saisons eingeteilt, welche scheinbar jeweils 15 Tage andauern – dies war zumindest die Zahl mit dem Start der Beta. Ob dies endgültig ist, wird sich mit dem Release des Spiels zeigen. Das Ganze ist bisher leider noch sehr undurchsichtig und hinterlässt offene Fragen, wie zum Beispiel das Balancing für den Fall aussehen soll, dass eine Fraktion bedeutend mehr Anhänger als die anderen hat.

Artikel & Ersteindruck von Jakob Gustavs (PC)
For Honor macht Spaß. Eines seiner größten Stärken sehe ich in dem hohen Schwierigkeitsgrad, denn er lädt ein, sich zu verbeißen, und ist dadurch umso belohnender, wenn man triumphiert. Doch es ist nicht alles rosig in der Kriegsidylle. Die größte Schwäche des Spiels scheint seine Community zu sein. Denn so manches Mal habe ich vergeblich nach Ehre auf dem Schlachtfeld gesucht. Seien es Gruppen von SpielerInnen, die gemeinsam auf einen Gegner einschlagen, oder die verdammten Runner (looking at you, Peacekeeper!), die kaum einzuholen sind und somit das Spiel um mehrere Minuten strecken können, ohne Aussicht auf Erfolg zu haben. Das jetzige Spielsystem setzt voraus, dass sich die SpielerInnen an gewisse Spielregeln halten – eine utopische Vorstellung, schließlich sind wir hier im Internet. Ich könnte mir jedoch vorstellen, dass diese Schwächen leicht ausgemerzt werden könnten, indem zum Beispiel der Schaden hinzukommender Charaktere in einem Zweikampf verringert wird, um somit dem Unterlegenen eine Chance zu geben. Die Runner könnten ganz leicht ausgebremst werden, indem man die Verfolger automatisch schneller werden lässt, wenn jemand vor ihnen wegrennt. Dass das gut funktioniert, hat bereits Chivalry: Medieval Warfare gezeigt. So oder so freue ich mich jedenfalls auf den Release-Termin am 14.02.17 und auf die Open Beta vom 09. bis 12. Februar.

For Honor Facts

  • GenreAction: Adventure
  • Release14. Februar 2017
  • KaufenAmazon
  • EntwicklerUbisoft
  • PublisherUbisoft
  • USKkeine Jugendfreigabe
  • PEGI18+
Mehr Informationen
Loading