The Guild 3 PC

The Guild 3: First Look

Obwohl die Gilde-Reihe lediglich zwei Spiele jung ist, gilt insbesondere der erste Teil der Lebenssimulation als Klassiker und die Marke als Symbol für den gescheiterten österreichischen Publisher JoWooD. THQ Nordic will Die Gilde nun mit Hilfe des kanadischen Entwicklers GolemLabs aufleben lassen. Eine frühe Version konnten wir uns auf der gamescom anschauen.

Zwischenlösung

Wurde der erste Teil der Gilde-Serie noch überall wohlwollend aufgenommen, spaltete der Nachfolger sowohl Kritiker als auch Spieler. Mit Die Gilde 3 will THQ Nordic nun einen Spagat wagen und beide Lager wieder vereinen. So werdet ihr auch dieses Mal wieder einen sichtbaren Avatar durch die zwölf Mittelalterstädte steuern können, während sich das allgemeine Gameplay deutlich an dem ersten Teil orientieren soll.

Neu ist dabei, dass ihr euch nicht zwingend für einen Beruf entscheiden müsst. In einem Fertigkeitenbaum könnt ihr euren Charakter stetig weiterentwickeln und so auch in unterschiedlichen Berufen gleichzeitig euren Meister stehen. Doch wie auch in den Vorgängern ist eure Zeit begrenzt, da euer Avatar früher oder später das Zeitliche segnen wird. Bis dahin müsst ihr euch auch noch um euer Erbe kümmern, damit ihr mit euren Nachfahren eure Dynastie weiterführen könnt. Diese erben nun übrigens nicht nur euren Namen, sondern auch diverse Gegenstände und hin und wieder auch eine Fähigkeit.

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Vom Heim in den Betrieb

Wie jedes gute Start-up werdet auch ihr zunächst in eurem eigenen Haus starten und von dort aus euren Einfluss sowohl auf wirtschaftlicher als auch auf politischer Ebene ausbreiten. Hier werdet ihr allerdings keine Angestellten und auch keine Familienmitarbeiter unterhalten können. Euren Startpunkt solltet ihr also möglichst schnell verlassen und in einen eigenen Betrieb umziehen, da bestimmte Produkte oder Aktivitäten erst außer Haus zur Verfügung stehen. So verdient ihr euch dann weitere Sporen und Erfahrungspunkte, die ihr wiederum in eure eigenen Fähigkeiten investieren könnt.

Habt ihr keine Lust, euch in einem Handwerk zu verlieren, sollt ihr auch jede Menge Abmachungen unter den Dynastien betreiben können, um Fortschritte zu erzielen. So dürft ihr euch Titel, Ereignisse oder gar Abmachungen wie Hochzeiten mit euren Konkurrenten erhandeln. Dabei solltet ihr aber definitiv auf euren Ruf achten, denn man versprach uns eine Gruppenintelligenz. Das Evolutive-Human-Emulator-System (Kurz: EHE) soll dafür sorgen, dass die verschiedenen Stadtteile unabhängig voneinander Meinungen haben und eigene Ziele verfolgen können. Das soll für ein deutlich dynamischeres Politsystem sorgen.

Apropos Stadtteile: Wachsen die Städte über ihre Grenzen hinaus, werden sich die Grenzen an vordefinierten Stellen erweitern. Die uns gezeigte Stadt hatte vier von diesen Stellen, die zunächst wie kleine Lager aussahen und später dank eigener Stadtmauer deutlich integrierter daherkamen. Leider entfernt hat man dabei aber die Möglichkeit, in jedes Gebäude reinluken zu können. So wird die Schmiede beispielsweise lediglich von außen betrachtbar sein, das Rathaus, die Kirche und andere Gebäude sollen aber nach wie vor offen sein.

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Darksiders für das dunkle Zeitalter

Für die grafische Basis kommt übrigens die Darksiders-Engine zum Einsatz. Die zeigt eine ansprechende Mittelalter-Vision, die mit hübschen Farben und einigermaßen detaillierten Gebäuden aufwarten kann. Natürlich entsteht hier aber kein grafischer Overkill. Fast schon in der Tradition der Serie wirkt das Gesamtbild tendenziell altbacken. Viel wird davon abhängig sein, wie letztlich das Interface gestaltet wird, wovon wir aktuell noch nicht viel sehen konnten.
Darüber hinaus ist ein Mehrspielermodus für bis zu 16 Spieler geplant. Auf die Instabilität eben jenes Modus der Vorgänger angesprochen, versprach Heinrich Meyer, der für THQ Nordic die Produktion des Titels übernimmt, dass eben dieser endlich stabil sein soll. Das Spiel läuft selbst im Solospiel bereits im Mehrspielermodus, aber eben für nur einen Spieler. Ob und wie viel Aussagekraft diese Bemerkung hat, werden wir erst im 1. Quartal 2017 erfahren. Auf diesen Termin wurde Die Gilde 3 übrigens erst während der gamescom verschoben.

Ersteindruck von Patrik Nordsiek

Viel haben wir von Die Gilde 3 auf der gamescom noch nicht sehen können. Die Szenerie wirkte bereits recht ausgereift und die gezeigten Städte sahen einigermaßen hübsch aus. Alle Spielelemente wurden uns jedoch lediglich präsentiert beziehungsweise versprochen. Eine voll spielbare Version gab es noch nicht zu bewundern. Mit der ursprünglich für Ende 2016 geplanten Veröffentlichung im Hinterkopf war ich mehr als nur skeptisch. Zum Glück wurde das Spiel jedoch auf das 1. Quartal 2017 verschoben, sodass GolemLabs unter Leitung des Gilde-Veterans Heinrich Meyer noch Zeit hat, die Inhalte vernünftig zu implementieren. Ich hoffe nur, dass die Extrazeit genügt, sodass der geniale erste Teil endlich einen würdigen Nachfolger bekommt. Nach fast 15 Jahren wird es langsam Zeit.

The Guild 3 Facts

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