Transport Fever PC

Transport Fever: First Look

Am 8. November erscheint mit Transport Fever der Nachfolger von Train Fever aus dem Hause Urban Games. Wir haben uns die Beta der Transport- und Logistiksimulation für euch angeschaut und uns auf den Weg zum Transportmagnaten gemacht.

Das Genre des Transportmanagements hat durchaus Liebhaber, leider hatte das Schweizer Entwicklerstudio bei Train Fever mit vielen Problemen zu kämpfen, denen für Transport Fever der Kampf angesagt wurde. Dabei profitierten die Entwickler auch vom Austausch mit der rührigen Community, und das Ergebnis kann sich sehen lassen.

Das Spielprinzip ist schnell erklärt: Wie im Vorgänger kümmern wir uns um die Bedürfnisse des kleinen Mannes, der sich nicht nur auf den Weg zur Arbeit machen muss, sondern sich in seiner Freizeit auch gerne mal dem Shopping-Rausch hingibt. Um die fleißigen Bürger von A nach B zu bringen und die Geschäfte und Betriebe, in denen sie arbeiten, mit den nötigen Rohstoffen zu versorgen, muss ein komplexes Transportwesen erschaffen werden, damit die Wirtschaft brummt und die Stadt weiter wächst. Dabei gilt es, Straßen zu bauen, Schienen zu verlegen und mit allerlei Fortbewegungsmitteln verschiedene Stadtteile oder sogar ganze Städte miteinander zu vernetzen. Dafür stehen uns nicht nur Busse, Züge oder Lkw, sondern im Gegensatz zum Vorgänger auch Schiffe und Flugzeuge zur Verfügung. Aber Vorsicht: Man sollte das eigene Budget nicht aus den Augen verlieren, während man sein Transport-Imperium über Jahrzehnte weiterentwickelt und damit bis zu 120 Fortbewegungsmittel freischaltet.

Was besonders ins Auge fällt, ist die Liebe zum Detail, die Transport Fever auf allen Ebenen auszeichnet, Gebäude sind ansprechend gestaltet, wir können die Bürger bei ihrem Weg durch die Stadt beobachten, und an betagten Transportmitteln sind sogar Gebrauchsspuren sichtbar. Höhepunkt in Sachen Detailverliebtheit sind hier natürlich die unterschiedlichen Fahrzeuge, die nach historischem Vorbild gestaltet wurden und beim Auswählen jede Menge Informationen für Liebhaber bieten.

Der Wilde Westen ruft

In Transport Fever stehen insgesamt zwei verschiedene Kampagnen mit unterschiedlichen Missionen zur Verfügung, die jeweils in einen historischen Kontext eingebettet sind und mit einer gelungenen Rahmenhandlung an das Spielprinzip heranführen.

Eine Mission versetzt uns nach Nordamerika ins Jahr 1864. Im Land der unbegrenzten Möglichkeiten müssen wir im kleinen Städtchen Cheyenne die Mägen unserer Arbeiter füllen und uns ihre Arbeitskraft sichern, um unser Ziel zu erreichen: ordentlich Zaster mit einer Eisenbahnstrecke in den Westen zu verdienen. Dabei müssen wir uns nicht nur mit knauserigen Investoren und lästiger Konkurrenz, sondern auch mit den Eingeborenen herumärgern. Ob wir die Indianer mit Gewalt niederschlagen, ihnen neues Land zur Verfügung stellen oder sie mit Feuerwasser bestechen, um unsere Bahnlinie ausbauen zu können, bleibt uns überlassen. Jede getroffene Entscheidung hat allerdings Folgen für den Ablauf unserer Kampagne. Jeder Schritt will also gut überlegt sein. Kampagne Nummer 2 führt uns nach Europa ins Jahr 1872, bei der wir mitten in der Mission "Gotthardtunnel" landen. Hier haben wir acht Jahre Zeit, um eine Eisenbahnlinie durch die Schweizer Alpen zu bauen und so die Nordsee mit dem Mittelmeer zu verbinden. Egal, für welche Kampagne man sich entscheidet, die Karten sind rundum gelungen, grafisch ansprechend gestaltet und setzen die jeweilige Stimmung gut um.

Die Kampagnen bieten einen guten Einstieg ins Spiel und sind in gewisser Weise eine Fortführung des Tutorials, in dem man die Spielgrundlagen kennenlernen kann. Die Kampagnen zeigen dank der vorgegebenen Ziele, wie man Nahrungsmittel für seine Stadt besorgt, Rohstoffe liefert und Transportwege anlegt. Dabei bietet die Möglichkeit, sich Medaillen zu verdienen, wenn man zum Beispiel keine Gewalt gegenüber seinen Arbeitern walten lässt, seine Finanzen gut im Griff hat oder es schafft, seine Bahnlinie durch die Wüste entlang der verfügbaren Brunnen zu bauen, zusätzliche Abwechslung. Schön ist, dass das Spiel und somit die Kampagne über eine gelungene Sprachausgabe verfügt. Wer die Kampagnen gemeistert hat oder sich zum Transportmagnaten berufen fühlt, findet im freien Spiel eine echte Herausforderung.

Endloser Spielspaß

Im freien Spiel legt man den Grundstein für das eigene Transport-Imperium in Europa oder Amerika im Jahr 1850. Auf der jeweiligen Karte, die zufällig generiert oder in ihren Grundzügen wie Größe oder Kontinent selbst festgelegt werden kann, werden verschiedene Städte und Rohstoffvorkommen dargestellt, die miteinander verbunden werden müssen. Neulinge sind hier möglicherweise erst einmal überfordert, an welcher Stelle sie beginnen sollen, denn im freien Spiel gibt es keine Vorgaben, sondern es bleibt uns überlassen, wie wir einzelne Bereiche der Karten vernetzen. Dabei läuft das Erstellen von Straßen, Bahngleisen etc. intuitiv und flüssig ab, worauf die Entwickler großen Wert gelegt haben. Allerdings kommt es hier als Neuling immer mal wieder zu Frustmomenten, wenn eine Linie quer durch die Wüste nicht funktioniert, weil man eine Weiche nicht korrekt platziert hat, oder vergisst, ein Gebäude mit einer zusätzlichen Straße ans Verkehrsnetz anzuschließen. Hier wäre eine genauere Fehlerbeschreibung wünschenswert gewesen. Gut gelungen ist allerdings die Übersicht über die Karte. Durch Herauszoomen kann die ganze Karte mit ihren Betrieben und Rohstoffen in den Blick genommen werden. Beim Hereinzoomen lassen sich Strecken detailliert betrachten und exakt planen.

Grundsätzlich ist gerade dieses freie Spiel sehr herausfordernd und anspruchsvoll. Man nimmt Geld durch den Transport ein, muss dieses aber auch wieder in selbigen investieren. Zudem nutzen sich Fahrzeuge ab und müssen ersetzt werden, und natürlich werden auch die Linienführungen immer komplexer. Es gilt also ständig, das eigene Budget, die Infrastruktur und die verfügbaren Erweiterungen im Blick zu behalten, um auf der Höhe der Zeit zu sein sowie Einnahmen und Ausgaben kontrollieren zu können.

Ersteindruck von Stephanie Walter

Die Betaversion von Transport Fever hat mich vor allem durch den Detailreichtum und die Möglichkeit, sich im freien Endlosspiel völlig individuell auszutoben, überzeugt. Aber auch die Kampagnen mit ihrer gelungenen Rahmenhandlung und Sprachausgabe machen Spaß. Mir gefällt hier besonders, dass eigene Entscheidungen den Verlauf der Mission beeinflussen. Die Performance ist flüssig, auch dann, wenn die Städte wachsen und komplexer werden. Auch grafisch ist Transport Fever gut. Darüber hinaus ist die Zusammenarbeit mit der Community ein echter Pluspunkt. Modding-Unterstützung und Steam-Workshop-Integration bieten tolle Möglichkeiten, die eigene Kreativität zu entfalten und neue Fahrzeuge, Konstruktionen oder sogar ganze Missionen oder Kampagnen ins Spiel zu integrieren.

Genrefans sollten mit Transport Fever also wirklich auf ihre Kosten kommen, vor allem, weil der Aufbau eine echte Herausforderung darstellt. Anfänger könnten es allerdings schwer haben, denn das Menü ist zunächst unübersichtlich und das Tutorial erschlägt mit vielen Informationen, die sich erst anhand der Kampagnen besser erschließen. Dennoch: Dranbleiben lohnt sich! Der einzige richtige Wermutstropfen war für mich in der Beta der Sound. Die Blues-Melodien sind auf Dauer schlichtweg nervig, können aber jederzeit deaktiviert werden, um dem entspannenden Rattern der Schienen zu lauschen.

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