Jack Keane PC

Jack Keane: Preview

Der deutsche Entwickler Deck 13 Interactive ist bereits jetzt schon nicht mehr aus der Games-Branche wegzudenken. Mit den klassischen Point-and-Click-Adventures Ankh und Ankh: Herz des Osiris gelang dem Frankfurter Unternehmen der Durchbruch. Somit ist auch die Messlatte für das kommende Projekt sehr hoch gesteckt. Mit Jack Keane bringen Deck 13 und 10tacle ein Adventure auf den Markt, das den alten Tugenden der vorangegangenen Titel in nichts nachstehen soll. Ob die bewährte Strategie wieder aufgeht, konnten wir schon einmal vorweg betrachten.


God save the Queen

Schauplatz des ersten Abenteuers von Seefahrer Jack Keane ist England zur Kolonialzeit. Schon zu dieser Epoche hatte die Queen nicht nur Fans und fernab der britischen Krone schmiedet der böse Doctor T. auf einer afrikanischen Insel einen miesen Plan. Er will alle Teeplantagen des Empires mit einer selbstgebauten Waffe zerstören und somit den Teemarkt für sich einnehmen. Allerdings ist die Queen nicht auf den Kopf gefallen und riecht die Verschwörung bereits. Kurzerhand wird der Geheimdienst auf diese Sache angesetzt und wendet sich prompt an unseren Abenteurer Jack Keane. Die Geschichte ist dabei wieder typisch für Deck 13-Spiele. Schön schräg, dennoch nicht zu abgehoben, aber vor allem witzig verpackt. So werdet ihr anfangs gleich Zeuge, wie Jack in einer rasanten Zwischensequenz von zwei Geldeintreibern durch den halben Big Ben gejagt wird.

Hier hat das Spiel schon gleich die ersten Lacher auf seiner Seite, denn der liebe Jack ist alles andere als ein strahlender Held in dem Sinne. Er ist eher mit Han Solo aus Star Wars zu vergleichen. Jack hat ein Schiff, eine Crew aus zwei Matrosen; er transportiert Güter aller Art, schert sich nicht besonders um gesetzliche Vorschriften und hat vor allem Schulden. Aber Jack ist auch ein mutiger Abenteurer und deshalb zögert er auch nicht lange, als ihm ein britischer Secret Intelligence Service-Mann das Angebot unterbreitet, der Krone behilflich zu sein. Die Crew soll nach Kapstadt fahren, wo sie einen britischen Agenten aufsammeln und nach Tooth Island bringen sollen. Leicht verdientes Geld, denkt sich Jack und nimmt trotz berechtigter Einwände seiner Leute den Auftrag an.

Doch leider gestaltet sich die Aufgabe schwerer als vermutet und so sieht man sich in Kapstadt einem versnobten Geheimagenten gegenüber und muss sich zu allem Überfluss auch noch weiblichen Reizen aussetzen. Die kesse Amerikanerin Amanda stösst nämlich ebenfalls zur fröhlich lustigen Reisegruppe hinzu und Jack verknallt sich natürlich sofort. Was er bis dato noch nicht weiss: die Hübsche - für ihn noch Unbekannte - hat dasselbe Ziel: Tooth Island.


Genauso wie es in Ankh mit Assil und Thara der Fall war, wird man auch mit Jack und Amanda im späteren Spielverlauf gemeinsam agieren können. Generell gesehen ist das Gameplay fast identisch mit dem aus Ankh zu betrachten. Die Steuerung funktioniert komplett via Maus: linke Taste bewegt euren Helden zur angezeigten Position, rechte Taste untersucht oder nimmt die Objekte. Wer es eilig hat, der kann mit einem linken Doppelklick den jeweiligen Charakter laufen lassen. Die Inventarsteuerung ist ebenfalls wieder sehr simpel und gut zu bedienen. Man kann sich dabei entscheiden, ob das Inventar ständig im oberen Bildschirmabschnitt zu sehen sein soll oder dynamisch bei Bedarf aufgezeigt wird.

Lucas Arts kann sich warm anziehen

Wer die Adventures von Lucas Arts kennt, der weiss, dass es schwer ist, diese Qualität zu erreichen oder sie gar zu übertreffen. Doch was Jack Keane an optischer Klasse zeigt, das konnte sich im Preview schon sehen lassen. Der cineastische Comic-Stil zeigt sich in jedem Spielabschnitt von einer neuen Seite. Viele Details, die man manchmal erst beim zweiten Hinsehen bemerkt, zeichnen das neue Deck 13-Adventure aus. Neben dem dynamischen Licht- und Schattenspiel fallen einem ausserdem noch tolle Tiefenunschärfe- sowie Wasser- und Textureffekte auf. Alles verpackt in detail-verliebten Locations, die man am liebsten selber besuchen würde.
Ein weiterer Pluspunkt ist die überzeugende Synchronisation. Während man einige Sprecher noch aus Ankh kennen dürfte, so wird wohl fast jedem die deutsche Synchronstimme von Johnny Depp auffallen. Jede dieser Stimmen kann man mit einem Profi hinter dem Mikrofon verbinden und so ist der Wortwitz immer im passenden Moment auch hörbar. Einen kleinen Minuspunkt könnte man darin sehen, dass manche Sprecher mehreren Charakteren ihre Stimme geben. Das führt manchmal dazu, dass man einige Stimmen wiedererkennt und somit etwas vom intensiven Spielgefühl verlorengehen könnte.

Ersteindruck von Nicole Lange

Was bleibt am Ende dieser Preview? Nur der sehnsüchtige Blick auf meinen Kalender und den Release im August. Jack Keane macht alles richtig, was man richtig machen kann. Wortwitz verpackt in einer lustigen Story und mit interessanten Charakteren abgerundet. Allerdings - und das sollte man auch sagen - unterscheidet sich das Spiel vom Konzept und Gameplay her nicht von Ankh aus gleichem Hause. Es ist einfach nur noch besser umgesetzt und weiterentwickelt worden. Die Hardwareanforderungen sind in der momentanen Version noch ziemlich hoch. Der Einsatz von Grafikkarten der besseren Kategorie wird somit später wohl zur Pflicht werden. Man muss hier abwarten, was die Entwickler noch verbessern können. Ansonsten freue ich mich auf ein Adventure, das den alten Lucas Arts-Klassikern Konkurrenz machen könnte.

Jack Keane Facts

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