James Cameron's Avatar - Das Spiel 360

James Cameron's Avatar - Das Spiel: Preview

Im Dezember startet James Camerons Science-Fiction-Spektakel Avatar: Aufbruch nach Pandora weltweit in den Kinos. Ubisoft hat sich relativ früh die Versoftungsrechte gesichert und wird zeitnah ein Actionspiel veröffentlichen, das unserer Xbox 360-Vorschauversion zufolge dank der Dunia-Engine (Far Cry 2) nicht nur ein optischer Leckerbissen werden könnte, sondern auch eine grundsolide Filmumsetzung.

Willkommen in Borderlands?

Zum zweiten Mal in diesem Jahr hält ein Planet namens Pandora als Schauplatz für ein Videospiel her. Doch haben Borderlands und Avatar abgesehen davon nicht viel miteinander gemein. In Avatar steuern wir unseren Helden nämlich aus einer Third-Person-Perspektive und haben darüber hinaus ganz andere Ziele vor Augen. Auch sind die Örtlichkeiten gänzlich verschieden: Beherrschen in Borderlands wüste Landschaften und Wellblechsiedlungen das Bild, wartet Avatars Pandora mit wunderschönen Dschungellandschaften und bizarren Gebirgsformationen auf. Mit dem Saturnmond Pandora haben beide Spiele übrigens nichts am Hut. Avatar spielt vielmehr im über vier Lichtjahre entfernten Sternsystem Alpha Centauri.

So, genug der Sternenkunde, kommen wir zur Hauptgeschichte. Sowohl im Spiel als auch im Film dreht sich alles um die verzweifelte Suche der Menschheit nach neuen Ressourcen. Die Erde ist nämlich mittlerweile ausgebeutet, neue Planeten und Lebensräume müssen erschlossen werden. Der Riesenkonzern RDA spielt hierbei eine entscheidende Rolle. RDA ist es dann auch, der mit einer Privatarmee und einigen Wissenschaftlern Alpha Centauri bereist und auf Pandora landet. Der erdähnliche Planet wird von bizarren Geschöpfen bevölkert, darunter Riesenvögel, die gefiederten Drachen ähneln, aber auch zebraähnliche Pflanzenfresser und wolfsartige Bestien. Ausserdem scheinen diverse Riesenpflanzen ein Eigenleben entwickelt zu haben und bespucken ihre Beute mit Säure. Auch ein Eingeborenenvolk gibt es, das die Anwesenheit der raffgierigen Menschen nicht tatenlos hinnimmt. Die Na'vi sind ein eigentlich friedliebendes Naturvolk - blaue, elfenhafte Drei-Meter-Hünen, die sich mit primitiven, aber wuchtigen Schlagwaffen und präzisen Pfeil-und-Bogen-Attacken wehren.

Willkommen im Dreck

So weit die Grundrisse der Story und Welt, darüber hinaus gehen Film und Spiel jedoch in etwas andere Richtungen. Filmheld Jake Sully hat im Spiel nichts zu melden. Stattdessen tritt Grünschnabel und Signalexperte Ryder, wahlweise männlich oder weiblich, schwarz oder weiss, in den Mittelpunkt der Geschehnisse. Erster Anlaufpunkt ist das so genannte Höllentor, ein Laborkomplex und Fluglandeplatz der RDA, an dem wir erste Bekanntschaften mit Forschern schliessen und Befehle erhalten. Danach geht's in eine Dschungelbasis, wo der Spass erst richtig beginnt. Wir müssen Befestigungen mit Standgeschützen vor anstürmenden Wolfsrudeln schützen. Danach brettern wir mit Buggys durch seichte Flussgewässer und dichte Vegetation, um einem Kameraden aus der Klemme zu helfen oder Verteidigungsautomatismen zu reaktivieren.

Unterwegs finden sich immer wieder kleine Versorgungspunkte der RDA, an denen wir unsere Munition auffrischen oder Teleporter aktivieren können, die uns schnell zu unserem Wunschziel verfrachten. Für erfüllte Missionen und getötete Gegner bekommen wir Erfahrungspunkte, die mit steigender Menge automatisch Upgrade-Pakete freischalten. Aus der anfänglichen Stufe 1-Schrotflinte wird eine wuchtigere Stufe 2-Variante. Ausserdem erhalten wir Zugriff auf stärkere oder andere Hightech-Fertigkeiten, die uns auf Knopfdruck schneller rennen oder unsichtbar werden lassen und uns die Möglichkeit geben, 50 Prozent unserer Lebensenergie wiederherzustellen. Später dürfen wir gar Luftangriffe herbeiordern, die anvisierte Gegner sogar innerhalb von Höhlen erwischen - nun ja, unlogisch, aber dafür machen die Explosionen auch wirklich etwas her. Nach Verwendung einer Fertigkeit folgen kurz oder lang andauernde Wiederaufladezeiten, andernfalls wäre das Spiel schliesslich zu einfach.

Werde zum Avatar

Um nun auch endlich mal den namensgebenden Avatar zu behandeln: Dahinter steckt eine neuartige Technologie der Menschen, die es ermöglicht, menschliche DNA mit jener der Na'vi zu kreuzen. Ryder verwandelt sich auf diese Weise kurzerhand in einen optisch nicht von anderen Na'vi zu unterscheidenden Eingeborenen, inklusive deren akrobatischen und übersinnlichen Geschicken. Sinn und Zweck für die RDA: Spione ins Lager des Feindes einschleusen und Sabotageakte durchführen lassen. Doch hat die RDA die Rechnung ohne ihren Wissenschaftler Dr. Harper gemacht, der die Machenschaften des Konzerns frühzeitig durchschaut hat und sich auf die Seite der Na'vi stellt, um für sie die RDA auszuspionieren. Kurze Zeit nach unserer Ankunft werden wir vor die Wahl gestellt, den Spion zu erledigen oder uns ihm anzuschliessen.

Die Entscheidung ist richtungsweisend, führt sie doch zu zwei völlig unterschiedlichen Handlungssträngen. Retten wir Dr. Harper, kämpfen wir ab sofort als Avatar für das Naturvolk und gegen die RDA. Halsbrecherische Kletterpartien in unübersichtlichen, aber nicht minder beeindruckenden Gebirgstälern sind die Folge in unserer Vorschauversion. Nicht selten springen wir daneben oder rutschen auf einem der schmalen Übergänge zwischen zwei Felsen ab und segnen das Zeitliche. Das gilt zumindest zu Beginn auch für die Gefechte gegen RDA-Soldaten, die mit ihrer Quantität und den Hightech-Schusswaffen deutlich im Vorteil sind. Als Na'vi müssen wir da eher taktisch vorgehen - der Kampf im offenen Gelände geht nämlich meist tödlich für uns aus

Schade, dass es kein richtiges Deckungssystem à la Gears of War gibt. Stattdessen müssen wir uns etwas unbeholfen hinter Felsen oder anderen Objekten in Sicherheit bringen und von dort aus die Lage sondieren. Nicht mal Ducken ist möglich. Kommt es doch mal zur direkten Konfrontation mit Tierwelt oder RDA, wechseln wir kurzerhand auf eine Riesenkeule oder Krummsäbel und starten mächtige Komboattacken, die wir teilweise mit einer Art Finishing-Move abschliessen können. An die virtuosen Metzeleien eines Assassin's Creed reichen die Nahkämpfe von Avatar aber zu keinem Zeitpunkt heran.

Immerhin dürfen wir aber auf mentale Fertigkeiten zurückgreifen, die den Hightech-Spielzeugen der RDA nicht unähnlich sind. Ausserdem steht uns als Na'vi die Pflanzenwelt offen, die uns mit neuen Bogengeschossen versorgt oder ausgezeichnete, natürliche Sprengfallen liefert. Weite Wege legen wir sprintend, mit Hilfe von Pflanzenteleportern oder auf exotischen Reittieren zurück. Manchmal schwingen wir uns gar auf dem Rücken eines Banshees in die Lüfte, wobei wir uns anfangs über die gewöhnungsbedürftige Flugsteuerung ärgern, wegen der wir uns des Öfteren in Felsformationen verhaken. Was soll's, immerhin besser, als weite Laufwege - und davon gibt es einige - zu Fuss zurücklegen zu müssen. Und genau das mussten wir mangels Alternativen mehrmals machen. Plätze, die eigentlich Flug- oder Reittiere enthalten sollten, waren leer, wurden erst im späteren Missionsverlauf wieder bevölkert. Das ist besonders blöd, wenn uns wieder mal unser virtuelles Leben ausgehaucht wurde und wir vom Kontrollpunktesystem weit vom Missionsgebiet weg wiederbelebt wurden.

Pandora: Total War

Bemerkenswert ist das so genannte Kontrollzentrum, das sowohl bei RDA- als auch bei Na'vi-Teleportern abgerufen werden kann. Dann schaltet das Spiel in eine strategische 3D-Ansicht der Pandora-Welt um, wo wir in Rome: Total War-Manier Gebiete erobern, Basen errichten und Verteidigungsanlagen erstellen können. Als Grundlage dienen hier Erfahrungspunkte, die wir im Spiel sammeln und die im Kontrollzentrum als eine Art Währung fungieren. Die Gefechte im Strategiemodus laufen in einem Textfenster ab - erwartet also keine 3D-Schlachten. Dennoch hat das Nebenspielchen seinen Reiz, und es wäre fast schon beleidigend, es salopp als Minispiel zu bezeichnen. Ganz umsonst ist die Strategenmühe im Übrigen auch nicht, bringt uns doch jedes eroberte Gebiet im eigentlichen Spiel diverse Vorteile, etwa zwei Prozent höhere Erfahrungspunktebelohnungen. Klasse Idee!

Technik

Dass hier die Dunia-Engine zum Einsatz kommt, wird spätestens bei erstmaliger Verwendung des Flammenwerfers klar. In bester Far Cry 2-Art setzen wir Gräser und andere Pflanzen in Brand. Das Feuer frisst sich langsam und bedrohlich weiter, bis eine grössere Fläche in Flammen steht. Aber auch abseits pyrotechnischer Effekte gibt es viel fürs Auge. Detaillierte, scharfe Texturen bestimmen das Bild. Das ganze Spiel ist ein einziger Hingucker, und das macht sich vor allem bei der Framerate bemerkbar. Mit gefühlten 20 bis 25 Bildern pro Sekunde müssen wir diverse Gebiete absolvieren. Die Steuerung fühlt sich stellenweise so schwammig an, dass sie uns bei Kletterpartien oder unübersichtlichen Gefechten mehr als ein Bildschirmleben kostete. Bleibt abzuwarten, ob Ubisoft die Engine in der fertigen Version so weit optimieren kann, dass ein durchgehend flüssiges Spielerlebnis gewährleistet ist.

Ersteindruck von Daniel Boll

Wow, Anfang Dezember scheint mit Avatar eine wirklich grundsolide Filmversoftung anzustehen, die mich je nach Handlungsstrang an eine Mixtur aus Halo, Starship Troopers und Turok erinnert. Streng genommen bietet das Spiel innerhalb der weitläufigen Areale meist eher ausschweifende Ballereien, doch macht der Zugriff auf immer bessere Ausrüstung und Fertigkeiten im Zusammenspiel mit den verschiedenen Vehikeln und Reittieren den Reiz aus, weiterspielen zu wollen. Die Story wird auch nett präsentiert und häufig von Zwischensequenzen weitergeführt. Und wem zwischendurch nach Abwechslung vom Shooter-Alltag dürstet, der erobert im Strategiemodus ein paar neue Gebiete und schaltet sich damit nebenbei diverse Vorteile im eigentlichen Spiel frei. So weit also meine positiven Eindrücke von der rund vierstündigen Vorschauversion.

Grafisch ist Avatar zwar jetzt schon über alle Zweifel erhaben, doch nützt das wenig, sollte Ubisoft die zahlreichen Slowdowns der Vorschauversion bis zum Verkaufsstart nicht mehr in den Griff bekommen können. Ausserdem muss man angesichts früherer Spiele von Ubisoft befürchten, dass spätere Levels an spielerischer Eintönigkeit und Ideenlosigkeit leiden werden. Hier drücke ich einfach mal alle Daumen, dass dem nicht so sein wird.

James Cameron's Avatar - Das Spiel Bild

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James Cameron's Avatar - Das Spiel Facts

  • GenreAction: 3D-Shooter
  • Release3. Dezember 2009
  • KaufenAmazon
  • EntwicklerUbisoft
  • PublisherUbisoft
  • USKFreigegeben ab 16 Jahren
  • PEGI12+
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